Oft werden wir in der Praxis gefragt: Was ist eigentlich Dunkelfeldmikroskopie? Fast jeder hat schon einmal die Erfahrung in der Schule machen können, ein Präparat wie z.B. eine Zwiebel in einem Hellfeldmikroskop anschauen zu können. In dem Fall wird die Zwiebel mit Licht durchleuchtet, sodass man einfach die Zellwände und auch den Zellkern im Inneren der Zelle als dunkle Strukturen vor einem hellen Hintergrund sehen kann. In der Dunkelfeldmikroskopie werden die Objekte nicht durchleuchtet, sondern über einen Kondensor seitlich angestrahlt. Dadurch erscheint der Hintergrund schwarz/ dunkel, aber die Objekte heben sich leuchtend davor ab. So können Strukturen und Phänomene sichtbar gemacht werden die im Hellfeldmikroskop verborgen bleiben oder durch Färben und Fixieren verändert werden. Selbst durchsichtige Strukturen mit nur geringem Kontrast werden im Dunkelfeldmikroskop hell leuchtend und kontrastreich dargestellt ohne sie vorher anfärben zu müssen.  Bis in die 1930er Jahre war die Dunkelfeldmikroskopie das einzige Verfahren zur Darstellung von verstärkten Kontrasten in ungefärbten Präparaten, insbesondere zum Nachweis von Erregern, wie z.B. dem Syphilis Erreger Treponema pallidum. In der heutigen Dunkelfeld-Diagnostik wird ein Tropfen venöses Blut aus dem Finger oder dem Ohr entnommen und auf einem Objektträger mikroskopisch untersucht. Dabei wird das Blut in unterschiedlichen Vergrößerungen bis hin zur 1.250-fachen Vergrößerung untersucht. Das bedeutet das auch extrem kleine Strukturen ab 1 µm deutlich erkennbar werden. Allein ein Tropfen des Blutes reicht aus um über den gesamten Gesundheitszustand und mögliche Krankheitsrisiken des Patienten Rückschlüsse zu ziehen. Dieses Diagnoseverfahren beruht auf dem Gründer Prof. Dr. Günter Enderlein (1872 – 1968).
Blutbild
Rote Blutkörperchen im Dunkelfeldmikroskop

Dunkelfeldmikroskopie nach Prof. Dr. Enderlein

Prof. Dr. Enderlein war ein Zoologe, der nach über 60-jähriger intensiver Forschungsarbeit eine Theorie entwickelte die auf der Grundaussage „Das Milieu ist alles – die Mikrobe ist nichts“ basiert. Das bedeutet, dass eine Entgleisung des pH-Wertes ins Saure oder Alkalische Milieu verantwortlich ist für das Vorkommen und der Menge bestimmter Bakterien und Schimmelpilze, sowie bestimmter chronischer Erkrankungen. In dem Vitalblut lassen sich neben der Viskosität des Blutes u.a. die Immunität des Patienten, das Milieu, Schadstoffbelastungen wie z.B. auch Schwermetallbelastungen, Schimmelpilzbelastungen, mikrobielle Belastungen der Zellen, sowie Probleme an bestimmten Organen erkennen.

Dunkelfeldmikroskopie in der Borreliose-Diagnostik

 

Der Nachweis einer aktiven Borreliose ist unter Borreliose-Ärzten bekannt als der Fluch der Labordiagnostik. Der Nachteil der gängigen Laboruntersuchungen wie z.B. Elisa, Westernblot, Lymphozytentransformationstest (LTT) ist, dass der Erfolg dieser Untersuchungen von einem funktionierenden Immunsystem abhängt. Selbst der LTT, welcher unter Fachkreisen als der sensitivste Labortest gilt, ist zu …% falsch negativ. Ein falsch negatives Ergebnis führt daher nicht selten zu der Gabe von Psychopharmaka und/oder symptombezogener Medikamente und lässt einen kranken, missverstandenen Patienten zurück.

 

Mehr und mehr Therapeuten wenden sich daher der Dunkelfeldmikroskopie zu, die bis Heute dem Nachweis von schlecht anfärbbaren Bakterien wie z.B. spirochaetaler Formen des Syphilis-Erregers Treponema pallidum dient. Heutzutage erfolgt eine Infektion mit diesem Spirochaet in unseren Breitengraden nur höchst selten, dafür findet man vermehrt die ebenfalls spirochaetale Form der Borreliose-Erreger. Tatsächlich ist die Borreliose bereits zum Status einer Volkskrankheit aufgestiegen, bei dem ca. 5,8 % der Frauen und 13 % der Männer in Deutschland im Jahr 2013 Borrellien Antikörper aufwiesen. Ein Vorteil der Dunkelfeld-Diagnostik ist, dass dies wie die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) eine direkte Form des Erregernachweises ist, und nicht abhängig von einem aktiven Immunsystem ist. Bereits wenige Tage nach der Infektion sind die Spirochaeten im Blut nachweisbar und müssen nicht erst eine Immunreaktion abwarten.

 

Die Borreliose Erreger oder Spirochaeten verstecken sich dabei in den Zellen, die durch Druck auf das Deckglässchen aufplatzen und die Erreger freilassen. So können meist schon direkt die Spirochaeten sichtbar gemacht werden. In anderen Fällen muss man mehrere Stunden warten, bis die Erreger aus den Erythrozyten austreten. Als Erkennungsmerkmal der Spirochaeten/ Borrellien dient dabei die korkenzieherförmige Windung, die es den Erregern ermöglicht sich auf eine ganz charakterliche Art und Weise um die Längsachse zu drehen.  

 

Ein weiterer Vorteil dieser Borreliose-Diagnostik besteht in dem Vorher-Nachher Vergleich, der ebenfalls Rückschlüsse auf eine erfolgreiche Therapie gibt. Dabei wird neben der Anzahl der Spirochaeten auch auf die Größe, Form und Dicke der Bakterien geachtet, auf das Vorkommen von Biofilmen, sowie auch auf die Körpereigene Immunität.

 

Bildergalerie

 

Aspergillus niger Symplasten
Geldrollen
Spirochaete im Blutbild

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Langer Spirochaet im Dunkelfeld